Seit 1978 - Die Diakoniestation

Im April 1976 kam der Vorschlag von der Stadt Bietigheim-Bissingen an die Pfarrämter, die Trägerschaft für die damals in städtischer Regie befindlichen Einrichtungen der häuslichen Krankenpflege zu übernehmen und eine Diakoniestation zu gründen. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag im April 1977 zu, und im Juni 1977 wurde der Trägerverein für die "Evang. Diakoniestation Bietigheim-Bissingen e.V." gegründet.
Im Februar 1978 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Besigheim. Dieses Datum sehen wir als das Geburtsdatum der Diakoniestation an. In den folgenden Monaten wurde im April der Kooperationsvertrag mit dem Krankenpflegeverein Tamm geschlossen. Im Juli 1978 folgte die Kooperation mit der Gemeinde Ingersheim. Im August desselben Jahres stellten wir die Arbeit auf eine ökumenische Basis durch den Kooperationsvertrag mit dem Krankenpflegeverein St. Laurentius, der auch die Zusammenarbeit mit allen katholischen Kirchengemeinden in Bietigheim-Bissingen einschloss. Tamm hat sich inzwischen wieder selbständig gemacht. Auch Ingersheim ist inzwischen völlig selbständig tätig.
Die Diakoniestation wuchs rasch. In der Häuslichen Kranken- und Altenpflege waren zunächst fünf Schwestern tätig; heute sind rund 35 Schwestern und Pfleger im Einsatz. Auch in der Nachbarschaftshilfe und Familienpflege weitete sich die Arbeit von ursprünglich 18 Helferinnen auf heute 35 Mitarbeiterinnen aus.
Die Tätigkeitsfelder umfassen neben den bereits erwähnten Kernaufgaben der Häuslichen Kranken- und Altenpflege sowie der Nachbarschaftshilfe und Familienpflege Gesprächsgruppen und Pflegekurse für pflegende Angehörige, dazu - gemeinsam mit dem Hospiz - einen Ambulanten Hospizdienst.
Die wichtigsten Herausforderungen der letzten Jahre waren zum einen die Bewältigung des Kostendrucks, der mit der Einführung der Pflegeversicherung aufkam, zum anderen die Erhaltung und Förderung des diakonischen Gedankens, der unserer Arbeit zu Grunde liegt.
Der ersten Herausforderung sind wir durch Erhöhung der Effizienz gerecht geworden. Mit der finanziellen Unterstützung der Kirchengemeinden und der Stadt Bietigheim-Bissingen erzielt die Diakoniestation ein weitgehend ausgeglichenes Ergebnis. Mit zunehmendem Rückgang der kirchlichen und städtischen Finanzmittel müssen wir allerdings für die Zukunft sowohl nach weiteren Einsparungsmöglichkeiten suchen, als auch auf zusätzliche Finanzierungsquellen zurückgreifen können, wie z.B. auf die Stiftung für die Diakoniestation, die im Dezember 2003 von Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt ins Leben gerufen wurde.
Die zweite Herausforderung, den diakonischen Gedanken umzusetzen, ist eine Daueraufgabe. Was meinen wir mit dem "Diakonischen Gedanken" oder wie wir auch sagen mit dem "Diakonischen Profil"? In der Praxis heißt das z.B., dass Schwestern und Pfleger neben ihrer Pflege zusätzlich Zeit haben für Gespräche am Krankenbett. Oder es kann bedeuten, dass wir den Kontakt mit den Kirchengemeinden intensiver pflegen, uns gegenseitig informieren oder zu Veranstaltungen einladen und damit deutlich machen, dass Diakonie eine Aufgabe der gesamten Kirchengemeinde und nicht nur der Diakoniestation ist. Hierzu soll uns insbesondere auch unser Leitspruch "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" immer wieder neu Ansporn sein.
Für die Zukunft sehen wir zwei Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: zum einen die Ausweitung unserer Angebotspalette, insbesondere für ältere Menschen und solche die an Demenz erkrankt sind. Hier wollen wir den Betroffenenen und ihren Angehörigen mit unserem Angebot Betreuung zu Hause Entlastung bieten. Zum anderen besteht auch weiterhin die Aufgabe der finanziellen Sicherung der Diakoniestation, die wir vor allem vom Ausbau der Stiftung für die Diakoniestation erwarten.